Poesie mit Schere und Kleber

Herta Müller, die 1953 in Rumänien geboren wurde und seit 1987 in Berlin lebt, erlangte mit ihrem Roman „Atemschaukel“ und dem folgenden Nobelpreis für Literatur 2009 schlagartig Weltruhm und kann zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen in deutscher Sprache gezählt werden.

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Die großen Schrecken der rumänischen Diktatur, aber auch die kleinen Ungeheuerlichkeiten der Kindheit und des Dorflebens werden in ungewohnten Sprachbildern greif- und spürbar.

Neben Romanen und Kurzgeschichten machen die Collagen einen großen Teil von Müllers Werk aus, die aus ausgeschnittenen Wörtern in neuen Kombinationen entstehen und so eine große Leinwand von poetischen Bildern, Humor und auch Absurdität aufziehen. Wie spielen hier Sprache, Form und Farbe ineinander? Wie gestaltet sich der poetische Prozess des Suchens, Schneidens und Klebens? Wie entstehen Mehrdeutigkeiten und Absurdität? Was hat Sprache mit Heimat zu tun? All diesen und noch mehr Fragen ist der Deutsch-Leistungskurs (KS2) von Herrn Aschenbrenner bei der Auseinandersetzung mit dem facettenreichen Werk Müllers gemeinsam nachgegangen. 

Dabei sind nicht zuletzt spannende und vielfältige Collagen im Stile der Nobelpreisträgerin entstanden. Wer liest und staunt, greift bei Gelegenheit vielleicht auch mal zu Schere und Kleber, um zu entdecken, wie viel Poesie der Tageszeitung und dem Angebotsheftchen zu entlocken sind.

Mario Aschenbrenner