Auf der Suche nach dem dreiköpfigen Drachen im Tal des Schweigens – Abenteuer der 5a und 5c in Lindelbrunn

Lindelbrunn bedeutet für die neuen Fünftklässler jedes Jahr:

„Was muss ich einpacken?“, „Sind Handys erlaubt?“, „Wie wird das mit den neuen Mitschülern?“, „Mit wem möchte ich in eine Hütte?“, „Was soll man da drei Tage lang allein im Wald machen?“, „Werde ich Heimweh bekommen?“, „Haben wir da auch Freizeit?“, „Wo ist das?“, „Gibt’s da Wildschweine?“

In der zweiten Wochenhälfte der dritten Schulwoche machten sich die 5a und die 5c des Reuchlin-Gymnasiums auf den Weg in die Pfalz, um Antworten auf viele dieser Fragen zu finden. Noch vor Erreichen des Hüttendorfs stand eine Besichtigung der Burg Berwartstein an, bei der gemeinsam Rüstungen, Rittergeschichten und Geheimgänge entdeckt wurden. 

Nach einem ersten Mittagessen und dem anschließenden Abwasch (lies: Küchenspaß) stellten sich mit dem Bezug der Hütten und Betten die ersten größeren Hürden. „Soll ich nach den Hütten auch noch den Gehweg und den Rasen fegen?“, „In das Bett passen doch bestimmt auch zwei von uns.“, „Wie bin ich zwischen Spannbetttuch und Matratze geraten?“ – Gedanken wie diese standen manchem Fünftklässler nach dem Wiederauftauchen ins Gesicht geschrieben. 

Zu jeder Aktivität – Mahlzeit oder Spiel – rief der Countdown zum Versammeln und wurde durch gewissenhaft einstudierte Choreographien einer kleinen Gruppe Schülerinnen bereichert. Egal ob Hotdogs, deren Berechtigungsschein am Rathaus besorgt werden mussten, Stockbrot am selbstgeschnitzten Stock oder Burger – für das leibliche Wohl war bestens gesorgt – selbst Salat- und Nutellafreunde kamen auf ihre Kosten.

Die Stunden zwischen den Mahlzeiten waren prall gefüllt mit allerlei Aktivitäten: Fußballspielen, der Kampf um die Nestschaukel und die Hängematte, Grasskifahren sowie einem Ausflug zur Burgruine Lindelbrunn. Der Weg dorthin führte durch das Tal des Schweigens und forderte die Fünftklässler durch Team- und Gedächtnisaufgaben. War der dreiköpfige Drache vor oder nach dem Biene-Maja-Wecker erspäht worden, welche Farbe hatte eigentlich der Topf und waren die Schwimmflügel auf der rechten oder linken Wegseite? Und immer wieder zog der Tischkicker die Massen in den Bann. Die Stimmung erreichte den Siedepunkt, als sich die Klassenlehrerteams gegenüberstanden und lautstark von der jeweiligen Klasse angefeuert wurden. Wer sich nun fragt, wer gewonnen hat, dem sei gesagt: Was in Lindelbrunn am Tischkicker passiert, bleibt in Lindelbrunn.

Auch an den Abenden wurde den Klassen viel geboten, so fand nach Einbruch der Dunkelheit das Lichterspiel statt, bei dem Teamwork auf dem gesamten Gelände bei gleichzeitigem Redeverbot gefordert war. Am anderen Abend gab es ein Pubquiz in Gruppen zu bestreiten, bei dem Wissen in unterschiedlichsten Kategorien gefragt war. 

Am Morgen der Heimfahrt galt es rohe Eier mit Waldmaterialien vor den Folgen eines Sturzes aus luftiger Höhe vorzubereiten. Zahlreiche Heldeneier wurden geboren, auch die Lehrer stellten sich hier nicht allzu ungeschickt an. Nach einer letzten Mahlzeit machte sich eine von den Strapazen der vorangegangenen Tage deutlich gezeichnete Truppe auf den Weg zum Bus, der alle sicher, müde und wohlbehalten ans Reuchlin-Gymnasium zurückbrachte.

Text: Miriam Plachta und Jonathan Binder

Photos: Miriam Plachta, Stadtjugendring PF