Reuchlin mal ganz anders – Kunstprojekt der fünften Klassen während der Projektwoche



Warum sieht Johannes Reuchlin auf allen Abbildungen eigentlich anders aus?


Dies war sicherlich eine der am häufigsten gestellten Fragen der Fünftklässler während der Führung durch das Museum Johannes Reuchlin in Pforzheim. Und tatsächlich musste die Museumspädagogin zugeben, dass die bereits existierenden Portraits des Humanisten lediglich auf wissenschaftlichen Annahmen und persönlichen Interpretationen beruhten.
An dieser Stelle setzte nun das Kunstprojekt der fünften Klassen zum Thema Reuchlin an. Die Schülerinnen und Schüler bekamen nach einer gemeinsamen Idee von Frau Plachta und Frau Wiesner den Auftrag, mindestens zwei individuelle Reuchlin-Köpfe zu gestalten. Das Besondere daran: Die Schüler sollten nicht einfach beliebige Abbildungen produzieren, sondern Reuchlin im Sinne des Pop Art Künstlers Andy Warhol einen modernen Touch verleihen. 
Zunächst mussten also die Schwarz-Weiß-Vorlagen mit etwas Geschick und Geduld auf ein Papier übertragen werden. Dazu gingen die Schüler recht unterschiedlich vor: Manche zeichneten die Vorlage einfach ab, andere klebten ihre Vorlage an eine Scheibe, um mithilfe des Lichts die Konturen besser abpausen zu können und wiederum andere bemalten die Rückseite ihrer Vorlage mit Bleistift, um die Zeichnung anschließend wie eine Blaupause auf ihr Papier übertragen zu können.
In einem nächsten Schritt durften die Schülerinnen und Schüler ihre Reuchlin-Köpfe nach allen Regeln der Kunst ausgestalten. Dazu hatten sie eine Reihe an unterschiedlichen Materialien von daheim mitgebracht: Filz- und Holzstifte, Wasserfarben, Wachsmalstifte und auch Farbschnipsel kamen zum Einsatz. 

Zum Abschluss sollten die Schülerinnen und Schüler Reuchlins zentrale Werte wie Toleranz, Respekt und Gleichberechtigung auf kreative Art und Weise auf Papier umsetzen. Dazu wurden Stadtkarten Pforzheims auseinandergeschnitten, Buchstaben geklebt oder in bester Handlettering-Manier zu Papier gebracht. 

Die Ergebnisse sind so individuell wie ihre Künstler selbst und stehen, wie man hier sehen kann, dem Pop Art Großmeister Andy Warhol in nichts nach. Die farbenfrohen Reuchlin-Köpfe sollen nun zu einer großen Collage zusammengefügt werden, damit sie bald jeder im Schulgebäude bewundern kann.

Die Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen haben durch ihre eigenen Interpretationen geschafft, Johannes Reuchlin das etwas verstaubte Image abzustreifen und ihm im wahrsten Sinne des Wortes einen neuen Anstrich zu verpassen.

Auch die betreuenden Lehrkräfte konnten sich sehr für dieses Projekt begeistern, sodass sich das eine oder andere Lehrerexemplar ebenfalls in die Sammlung geschummelt hat. 

Vielen Dank für euer fleißiges Engagement, eure Kreativität und die tollen Reuchlin-Köpfe!

 

Text: Melanie Konrad

Photos: Miriam Plachta