Unser Tag am KIT

Mit 8 Schülern aus den Klassenstufe 8 besuchten wir am 22. März 2022 das Schülerlabor für Technik und Naturwissenschaften (TUN) am KIT in Karlsruhe.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto “Mikroplastik”. Unsere Gruppe beschäftigt sich bereits seit diesem Schuljahr mit diesem Thema. Wie wirkt sich Mikroplastik auf unsere Umwelt aus und was können wir dagegen tun? 

Am KIT, der Universität in Karlsruhe, bekamen wir die Möglichkeit, uns zum Thema Kunststoffe in der Umwelt mit verschiedenen Wissenschaftlern auszutauschen. In zwei Gruppen aufgeteilt konnten wir im Labor verschiedene Versuche durchführen und gleichzeitig viele Fragen an die Experten stellen. 

Wir starteten mit einer gemeinsamen einführenden Präsentation: welche Kunststoffe gibt es, wie gelangen sie in die Umwelt und wie schädlich sind diese Stoffe für unseren Körper? Besonders hat uns hier beeindruckt, dass sehr viel Mikroplastik in der Umwelt von Autoreifen stammt. 

Eine Gruppe startete dann mit Erklärungsvideos und anschließend mit der Bearbeitung von Arbeitsblättern. Hierbei ging es um das Recycling von Kunststoffen – welche Trennverfahren gibt es und wie effizient sind diese? Dabei wurde deutlich, dass z. B. Verbundstoffe wie Milchtüten gar nicht getrennt und recycelt werden können. Oder wenn z. B. der Aluminiumdeckel beim Joghurtbecher nicht abgemacht wurde, ist ebenfalls keine Trennung möglich. Nur 23% der Kunststoffe können deshalb wirklich recycelt werden, 77% werden verbrannt.

 Im nächsten Schritt haben wir einen Steckbrief über Mikroplastik erstellt:

Was ist Mikroplastik

Kunststoffteilchen zwischen 5 mm und 0,001 mm Größe

Warum ist (Mikro)plastik so gefährlich?

  Baut sich in der Natur nicht ab

  Wird von Tieren mit Nahrung verwechselt

  Verteilt sich überall in der Welt 

Wodurch gelangt Mikroplastik in die Umwelt

  Abrieb von Autoreifen

  Falsche Entsorgung

  Durch Abwasser ins Meer

In welchen Lebensmitteln findet man Mikroplastik

  Salz

  Honig

  Fleisch

  Tierische Produkte (Milch, Käse)

Was kann man selbst dagegen tun

  Verzicht auf Einmalplastik

  Korrekte Entsorgung

In der nächsten Station wurde uns die “CodeCheck APP” vorgestellt. Jeder, der wollte, hat sich die App auf sein Handy installiert. Mit der App kann man den Barcode eines Körperpflegeproduktes scannen und sieht dann, welche Stoffe im Inhalt und der Verpackung eines Produktes enthalten sind. Richtig erschreckend war hierbei die Erkenntnis, dass in einem Großteil der üblichen Pflegeprodukte Mikroplastik als Inhaltsstoff enthalten ist. Nur reine Bio-Produkte waren in der Regel ohne Mikroplastik.

Dann ging es ins Labor. Dort haben wir Mikroplastik aus Pflegeprodukten wie Peelings oder Duschgel extrahiert. Hierzu wurde das Produkt mit Wasser aufgeschlämmt und dann unter Vakuum filtriert. Das Filtrat wurde mit Nilrot eingefärbt, so wurde das Mikroplastik unter UV-Licht sehr gut sichtbar. Antipickelcreme enthielt am meisten Plastik, alle anderen Produkte ebenfalls, aber in kleineren Mengen.

In einem weiteren Versuch haben wir unterschiedliche Kunststoffe bezüglich ihrer Dichte untersucht. Dabei wurde getestet, ob der Kunststoff in Wasser, einer Kochsalzlösung oder einer Zuckerlösung schwimmt oder untergeht. Ist die Dichte des Kunststoffs niedriger wie die der Lösung, schwimmt der Kunststoff, ist sie höher, sinkt er. Dabei wurde deutlich, dass z. B. PET und PVC – also die am häufigsten vorkommenden Kunststoffe, z. B. in Plastikflaschen – eine höhere Dichte wie die Salzlösung aufweisen und damit im Meer auf den Meeresboden sinken.

Im nächsten Versuch ging es darum Mikroplastik in Sand oder Salz nachzuweisen. Der Sand stammte von verschiedenen Stränden der Welt. Das Salz wurde im Supermarkt von verschiedenen Anbietern gekauft. Die verschiedenen Sande wurden jeweils in Wasser aufgeschlämmt, wieder unter Vakuum filtriert und der Filterrückstand wurde mit Nilrot eingefärbt. Das Ergebnis zeigte, dass in jedem der untersuchten Sande Mikroplastik vorhanden war.

Dasselbe Prinzip wurde bei den verschiedenen Salzen durchgeführt. Hierbei zeigte sich, dass z. B. Steinsalz, das im Bergbau abgebaut wird, kein Mikroplastik enthält. Salz, das durch die Entsalzung von Meerwasser gewonnen wird, aber schon. 

Die Bilanz des Tages war, dass Mikroplastik schon ein fester Bestandteil in unserer Umwelt ist und bleiben wird. Dieser Zustand lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Wir müssen deshalb alle gemeinsam dringend darauf achten, nicht immer noch mehr Plastik in unsere Umwelt zu bringen. 

Mirjam Keil