Politik und Propaganda

Eine kurze Geschichte des Plakates

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Die Schüler der Klassenstufe 11 im Leistungskurs Geschichte setzen sich nicht allein mit Texten, sondern auch mit Propagandamedien in verschiedenen Zeiten auseinander. Hierzu zählen seit der Erfindung des Buchdrucks bebilderte Flugblätter und auch Plakate. Auf der linken Seite ist Martin Luther auf einem prokatholischen Flugblatt als „Dudelsack des Teufels“ dargestellt, der seine falschen Thesen über die Papstkirche in die Welt erschallen lässt.

Dienten ab 1500 bis ins 19. Jahrhundert das Flugblatt und die Karikatur der leseunkundigen Masse der Bevölkerung als Mitteilung schwieriger Inhalte in Bildform, so wurde das Plakat im 19. Jahrhundert Mittel zu Bewerbung von Veranstaltungen oder neuer Produkte. Ersichtlich wird dies am Plakat der Firma Kloss & Foerster von 1912, das die heute noch existierende Sektmarke „Rotkäppchen“ bewirbt.

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In der von rasanter Industrialisierung geprägten und stechuhrgetakteten Arbeitswelt des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts diente das neue Medium des Plakates der raschen Erfassung neuer Informationen, wäh-rend man zur Bahn oder zum Omnibus hetzte. Hierbei war eine einfache, schnell erfassbare Darstellung des be-worbenen Produktes und seiner Vorzüge notwendig. 10 bis 20 Sekunden mussten genügen, um im Vorbeihasten die Botschaft des Plakates zu erfassen. Großes Format, grelle Farben, einfache Formen sind hierzu die nötigen Grundvoraussetzungen, um die gewünschte Botschaft in Kürze zu transportieren.

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Rasch entdeckten auch die vielen Parteien nach dem Sturz des deut-schen Kaiserreiches dieses noch recht neue Werbemedium, um in ver-knappten, oft zugespitzten und wahrhaft „plakativen“ Sprüchen und Symbolen ihre politische Botschaft an die Wähler und Wählerinnen zu bringen. Ab 1919 durften nämlich erstmals Frauen an der Wahl zur Nationalversammlung in Weimar teilnehmen. Eine neue, vielversprechende politische Ära brach an, die jedoch durch den Nationalsozialis-mus zunichte gemacht wurde.

Die politischen Botschaften der vielfältigen Parteienlandschaft der Weimarer Zeit zu ergründen und die Augen der Schüler für die Gefährlichkeit vermeintlich „harmloser Bildchen“ zu öffnen, war Thema der Unterrichtseinheit.

Hier geht's zu den Schülerarbeiten:

Wahlplakat 1920

Wahlplakat 1924

 

 

Jörg Dalmatiner

 

Bildnachweis:

Abb. 1: https://historischdenken.hypotheses.org/5409

Abb. 2: https://www.plakatkontor.de/ivpda-poster-show/erdt-h-r-rotkaeppchen---sekt.html

Abb. 3: https://www.wahlplakate-archiv.de/parteien/zentrum/

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