Quality Time mit Ms Plachta!

M, I, Crooked Letter, Crooked Letter, I, Crooked Letter, Crooked Letter, I, Humpback, Humpback, I : Mississippi ! 

So, oder so ähnlich, lernen die Kinder aus dem US-Bundesstaat Mississippi, wie man das Wort richtig schreibt. 

So oder so ähnlich haben wir es bei unserer Vorbereitung zum ersten Sternchenthema „Crooked Letter, Crooked Letter“ gelernt. 

„Crooked Letter, Crooked Letter“ ist ein Kriminalroman von Tom Franklin und handelt von zwei Jugendfreunden, Larry und Silas, die unterschiedlicher nicht sein können.

Im Zentrum der Handlung steht die Aufklärung zweier Morde an jungen Frauen, in denen in beiden Fällen Larry als Täter verdächtigt wird. Zwischen ihm und Silas, dem ermittelnden Polizisten, besteht eine geheimnisvolle und entfremdete Vergangenheit, die im Laufe der Handlung aufgedeckt wird. 

Da nun bald das Abitur ansteht, haben wir uns gemeinsam mit unserem Englischleistungskurs und unserer Lehrerin Frau Plachta das dazu passende Theaterstück der „American Drama Group Europe“ angeschaut. Am 23.03.2022 trafen wir uns alle freudestrahlend vor der Kulturhalle Remchingen, bis dem einen oder anderen auffiel, dass sein Ticket dummerweise noch zu Hause liegt! Das war aber zum Glück kein Problem und nach einem kurzen Schrecken betraten wir, mit weiteren Klassen von anderen Schulen, die Halle. 

Dadurch, dass wir die Lektüre bereits gelesen ;), analysiert und gut im Unterricht durchgesprochen hatten, war uns der Inhalt bekannt, jedoch waren wir trotzdem interessiert, wie die Schauspieler die einzelnen Charaktere darstellen würden.

Während im Buch mehrere Vorgeschichten, Hintergründe und detailliertere Figurenkonstellationen zu finden sind, wurden aus zeittechnischen Gründen viele Aspekte weggelassen und der Hauptfokus wurde auf die beiden Hauptcharaktere gesetzt. 

Das Stück teilte sich in zwei Teile auf: Im ersten Teil wurde die Handlung aus Silas Perspektive erzählt und anschließend, nach einer kurzen Pause, änderte sich die Perspektive zu Larrys Sicht. 

Dadurch, dass die Handlung im Buch sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart spielt, waren wir alle gespannt, wie die Schauspieler dies umsetzen würden. Mittels wechselnder Charaktere, die die jungen und erwachsenen Jungs darstellen sollten, konnte man die Handlung einfach nachverfolgen und nachvollziehen. 

Einen zentralen Punkt, über den wir auch besonders im Unterricht gesprochen haben, war der Rassismus gegenüber Schwarzen in Amerika.

Silas und Larry unterscheiden sich nicht nur charakterlich, sondern auch optisch, da die beiden Jungs unterschiedliche Hautfarben haben. Silas bekommt diesen Unterschied zu spüren, als er mit seiner Mutter in die fiktive Stadt „Chabot“ in Mississippi umzieht. 

Den Konflikt zwischen Schwarz und Weiß konnte man im Stück durch die verbalen Aussagen (bspw. häufige Verwendung des n-Words ) als Zuschauer mitverfolgen und durch die schauspielerischen Leistungen kamen der Hass und die darauffolgende Denk- und Handlungsweise der Nebencharaktere deutlich rüber. 

Ein signifikanter Punkt, meiner Meinung nach, war das Ende, als sich die beiden Hauptdarsteller die Hand als Zeichen der Versöhnung gegeben haben. Durch das passende Licht konnte man den Kontrast zwischen Schwarz und Weiß sehr gut erkennen, was eine Art Friedenszeichen zwischen den zwei, inzwischen Männern, sein sollte. 

Auch das Dilemma und Handeln als „social outcast“ (gesellschaftlicher Außenseiter) wurde im Stück gut umgesetzt.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass es ein gelungenes Stück war, da das Hauptthema sowie viele Symbole im Stück erkennbar waren. Es war gut, dass man sich somit vor dem schriftlichen Abitur die Schlüsselszenen und den Handlungsverlauf nochmal ins Gedächtnis rufen konnte. Also steht unserem Abi nichts mehr im Weg - that‘s sure as clockwork!

Text: Cheyenne Kuch

Photos: Emily Kollmar, Miriam Plachta