Veni vidi vici

Ein Bericht von der Schach-Front

Früh im Morgengrauen des 15. Februar ging’s Richtung Stuttgart. Pforzheim schlief noch tief und fest, als wir uns zusammenfanden und zu den Lessing-Schulen in der Schwabenmetropole aufbrachen. Unsere Chancen standen schlecht, aber wir beschlossen, das Beste draus zu machen. Als wir ankamen, war das Schafott schon vorbereitet: vierundzwanzig Bretter auf zwölf Tische verteilt. Wir mussten nach Alter sortiert antreten. Zu unserem Unglück kamen unsere Gegner von der fünften bis zur zwölften Klasse. 

Gnädiger Weise konnte ich mit weiß beginnen. Die italienische Eröffnung erschien mir angemessen. Mein Gegner verstand sofort und reagierte entsprechend. Im vierten Zug forderte ich ihn mit der italienischen Eröffnungsfalle heraus. Das kostete ihn einen Bauern und einen Turm. Jetzt will ich mit dem weiteren Spielverlauf nicht langweilen. Es sei hier nur vermerkt, dass diese Partie gut ausging und nach den weiteren Begegnungen 4 ½ Punkte – von möglichen sieben Punkten – auf dem Konto standen. 

Allerdings muss ich sagen, dass die zwei verlorenen Partien gegen die stärksten Gegner verloren gingen. Nichtsdestotrotz konnte ich bei der Siegerehrung ehrenvoll nach vorne schreiten und stolz den Siegerpokal der 5. und 6. Klassen für das Reuchlin-Gymnasium entgegennehmen. Und außerdem habe ich mit voller Würde den 3. Platz von der 5.-10. Klasse gewinnen können (den ersten und zweiten Platz der 5.-10. Klasse hatten zwei andere aus meinem Schachclub gewonnen, die älter waren als ich).

Fröhlich singend fuhren wir zurück vom Glück erfüllt und voller Hoffnung, dass wir das nächste Mal mit einer größeren Mannschaft antreten können.

Text: Anton Büttner

Photo: Familie Weber