Harry Hallers Zwiespalt auf der Bühne

Nach dem Besuch der modernen Faustinszenierung am Stadttheater Pforzheim im letzten Jahr entschied sich der diesjährige Abiturjahrgang für den Besuch einer Aufführung von Hermann Hesses „Steppenwolf“ im Mannheimer Nationaltheater Ende Januar. 

Wer wechselnde Schauplätze erwartete, wurde überrascht. Stattdessen gewährt die Inszenierung Einblicke in die innere Zerrissenheit Harry Hallers, im Bühnenbild dargestellt durch seine verschiedenen Gehirnareale, und macht damit seine Verfassung greif- und erlebbar.

Vier Darsteller bringen die sich widerstreitenden Stimmen Hallers auf die Bühne. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Schauspiel für die Zuschauer wie für die Hauptfigur selbst so gekonnt, dass im anschließenden Auswertungsgespräch mit zwei Darstellern die Frage aufkam, was geplant und was improvisiert war. Auch die Zuschauer wurden auf überraschende Weise Teil des Stückes.

Wir können diese besondere Theatervorstellung empfehlen.

Text: Marika Bohnen, Kerstin Konarkowsky, Magdalena Mall

Photos: Magdalena Mall