„MOON AND BEYOND“ – Exkursion des Physik-Fünfstünders zum Space-Talk in Stuttgart

Am 05.11.2019 hat der Leistungskurs Physik von Frau Plachta den Space-Talk im Rahmen der Raumfahrtkonferenz 2019 (von DGLR, DLR, dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart) im Haus der Wirtschaft in Stuttgart besucht.

In Anbetracht der Herausforderungen, die manchmal schon der öffentliche Nahverkehr bereithält (wir durften an diesem Morgen wieder ein kleines Kapitel dieses Dauerbrenners miterleben), versprach der Titel der diesjährigen Raumfahrtkonferenz „Moon and Beyond“ spannende Einblicke in die Welt der Raumfahrt.

Nach der Begrüßung durch Michael Kleiner (dem Ministerialdirektor im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg), der betonte wie wichtig Baden-Württemberg für die Raumfahrt und die Raumfahrt für Baden-Württemberg ist, sowie einem filmischen Grußwort von Johann-Dietrich Wörner (dem Generaldirektor der ESA), kam der spannendste Teil der Exkursion, in dem der NASA-Astronaut Walter Cunningham über seine Erfahrungen während seiner Apollo 7-Mission im Jahr 1968 und auch über das damalige goldene Zeitalter der Raumfahrt sprach. Im Anschluss an diesen spannenden Einblick in die Geschichte der Apollo-Missionen ging es mit dem zukünftigen Weg zum Mond weiter. Matthias Maurer, der als nächster deutscher ESA-Astronaut ins Weltall fliegen wird, berichtete über die Zukunftspläne der ESA. Zum einen stellte er klar, dass der erneute Aufbruch zum Mond keineswegs die wissenschaftliche Arbeit auf der ISS ersetzen könne, da dort Forschung in „Microgravity“ betrieben wird, die auf dem Mond nicht möglich wäre. Zum anderen griff er auch die Videobotschaft von Johann-Dietrich Wörner wieder auf und berichtete über die Möglichkeiten eines (internationalen) Moon Villages und die wissenschaftlichen wie wirtschaftlichen Möglichkeiten, die der Mond uns zu bieten hat. Auf sympathische Art und Weise gewährte Matthias Maurer dem Publikum auch Einblicke in sein eigenes Astronautentraining für seinen Einsatz auf der ISS und – so hofft er – vielleicht auch auf dem Mond. Wer hätte gedacht, dass sich die Arbeitsweisen eines Astronauten auf dem Mond auch auf den norwegischen Lofoten oder auf der spanischen Insel Lanzarote trainieren lassen?! So verschieden die Lofoten und Lanzarote auch sein mögen, gemeinsam haben sie, dass es an beiden Orten Gesteinsformationen gibt, die so auch in verschiedenen Regionen des Mondes vorkommen. Ob sich Matthias Maurers Traum, der erste Deutsche auf dem Mond zu werden, erfüllen wird, das steht noch nicht fest – die Daumen dafür drücken wir ihm auf jeden Fall.
Nach einer Kaffeepause, bei der wir uns am aufgebauten Buffet bedienen durften und uns auch an zahlreichen Ständen verschiedener Universitätsgruppen (u.a. auch vom fliegenden Infrarot-Observatorium SOFIA von NASA und DLR) über mögliche Berufswege im Bereich der Raumfahrt informierten, ging es mit einer Podiumsdiskussion zum Titelthema der Konferenz „Moon and Beyond“ weiter, die von Reinhold Ewald (ESA, flog 1997 zur MIR) geleitet wurde. Neben verschiedenen Zukunftsszenarien zur Monderforschung wurde auch die Möglichkeit einer Reise zum Mars und deren Verwirklichungschancen diskutiert.
Den Abschluss des Konferenzvormittags bildete der Vortrag mit dem Titel „Goldrush in Space“ von Autor Peter M. Schneider, der sich mit der Kommerzialisierung der Raumfahrt der letzten Jahre auseinandersetzte.
Da sich die Einladung für Schüler lediglich auf den Konferenzvormittag erstreckte, verließen wir die Raumfahrtkonferenz mit vielen neuen Eindrücken und Informationen, die wir ohne diese Exkursion nie erhalten hätten (und ganz nebenbei haben wir gleich drei Astronauten erlebt, wer kann das schon von sich behaupten). Wer weiß, vielleicht wählt eines Tages tatsächlich ein Kursmitglied die Luft- und Raumfahrt mal als sein berufliches Betätigungsfeld aus – die Möglichkeiten sind vielfältig und Frau Plachta würde es freuen. 

Text: Robert Kämpfe, Enno ter Hell, Miriam Plachta
Photos: Paul Kollmar, Alexander Tusek, Miriam Plachta