Studienfahrt Berlin 2019

Montag:

Am Montagmorgen fanden wir uns alle pünktlich um 7:45 Uhr vor der Schule ein. Nach der üblichen Prozedur mit Gepäck einladen, Plätze finden und mehrmals beim Durchgehen der Namenslisten „Ja“ rufen oder sich in ähnlicher Weise bemerkbar machen, ging es los:

Vor uns lagen mit über 650 Kilometer Autobahn auch über 10 Stunden Busfahrt, während der sich unterschiedlich beschäftigt wurde: Es wurden Karten gespielt, Filme geschaut, Musik gehört, geschlafen und nicht zu vergessen, ganz altmodisch, sich unterhalten. Nach einigen Pausen und nur wenig Stau kamen wir auch schon um etwa 18:30 Uhr an unserem Hotel an. Dieses lag zu unserem Erstaunen genau neben der East-Side-Gallery und damit unmittelbar neben der Berliner Mauer.

Nach einer kurzen Einweisung und Besprechung des nächsten Tages durften wir in 3er-Gruppen von unserem Hotel aus etwas die Stadt erkunden und uns stärken. Einige steuerten hierbei zielstrebig den nächstliegendsten Kebab-Fachverkäufer an, andere hingegen schlenderten erst noch etwas in die Innenstadt, um sich letztendlich dort in einem vielversprechend aussehenden Restaurant niederzulassen. Am Abend nach der letzten Zählung fielen die meisten erschöpft in ihr Bett.

Dienstag:
Nach einem frühen, aber ausgewogenen Frühstück begannen wir die Reise zu unserer ersten Station: Madame Tussauds, eine Ausstellung zahlreicher detailreicher und realistischer Wachsfiguren unterschiedlichster Prominenter aus Politik, Film und Fernsehen wie zum Beispiel Angela Merkel, George Clooney und Meister Yoda. Nach einer Stunde Freizeit am Brandenburger Tor, in der wir uns in Dreiergruppen frei bewegen durften und uns ausreichend stärkten und einem Spaziergang durch das Regierungsviertel, war die Stadtrallye der nächste Punkt auf der Tagesliste. Allerdings wurde diese von einem starken Dauerregen sabotiert, weswegen sich unsere Freizeit verlängerte und wir anschließend Berlins nobles und berühmtes Kaufhaus des Westens (KaDeWe) besuchten.
Nach einem langen Tag verbrachten wir den Abend in der Disco Matrix, was zum lustigsten Abend der gesamten Fahrt wurde.

Mittwoch:

Nach einem noch früheren Frühstück starteten wir den Tag mit einem Ausflug zu den Hackeschen Höfen, welche eine der Berliner Hauptattraktionen sind. Diese Innenhöfe beheimaten nicht nur Andenkenläden, sondern vor allem Boutiquen, Cafés und sogar ein kleines Kino. Nebst der schönen Architektur und der interessanten zusammenhängenden Bauweise wird aber auch viel Künstlerisches geboten, wie einige Galerien und dutzende frei ausgestellte Skulpturen und Kunstwerke.

Nach diesem Mix aus Kultur und Einkaufsmöglichkeiten lernten wir eine ganz andere Seite Berlins kennen: Die Berliner Unterwelt, genauer zwei Bunkeranlagen aus dem zweiten Weltkrieg und der DDR. Diese Seite Berlins brachte uns ein 83-jähriger Zeitzeuge näher. Dabei führte er uns erst durch einen Luftschutzbunker aus dem zweiten Weltkrieg, der bei den Luftangriffen der Alliierten als Schutzbunker für einige Tausend Menschen genutzt wurde. Der zweite Bunker hingegen war ein ABC-Bunker, welcher zum Schutz vor radioaktiven, biologischen und chemischen Gefahren gebaut wurde.

Nachmittags besuchten wir nach einer Stunde Freizeit im Stadtzentrum das DDR-Museum, welches sehr anschaulich und interaktiv das Leben und die Politik im damaligen Osten präsentierte.

Im Anschluss daran fand eine Stadtrundfahrt statt, auf der wir viele architektonisch und historisch interessante Bauwerke kennenlernten, beispielsweise den berühmten Checkpoint Charlie.

Nach dieser spannenden Rundfahrt besuchten wir den Bundestag, wo wir mit einigen anderen Schulklassen eine Einweisung in denselben bekamen. Dabei saßen wir auf der Besuchertribüne, genauer genommen auf der Diplomatenbühne. Diese Einweisung beinhaltete eine detaillierte Beschreibung des Gebäudes, aber insbesondere eine genaue Beschreibung der Sitzverteilung im Bundestag. Nach dem Vortrag hatten wir die Möglichkeit, das Dach des Bundestags zu begehen.

Nach diesem sehr interessanten Besuch stand es uns frei, noch den Potsdamer Platz und das angrenzende Sony-Center zu erkunden. 


Donnerstag:
Nach einem wiederum noch früheren Frühstück starteten wir den Tag mit einem Spaziergang entlang der Berliner Mauer, welche mit teils abstrakten und teils sehr realistischen Graffiti und Zeichnungen versehen ist. Nachdem wir uns wieder zum Hotel begeben hatten, warteten wir gemütlich in der Berliner Morgenkälte auf den Bus, der uns zur Ausstellung „Topographie des Terrors“ brachte. Dort erfuhren wir einige interessante und auch abschreckende Dinge über die Zeit der Nationalsozialisten, wie zum Beispiel die Mentalitäten der Gestapo und der SS oder die systematische Verfolgung, Bloßstellung und Massenhinrichtung der Juden. Diese Ausstellung konnte man nur nachdenklich und betroffen verlassen.

Nach einer Stunde Freizeit in der berühmten Einkaufsmeile Kurfürstendamm, in welcher wir uns stärkten, ging es weiter zum Graffiti- und Street-Art-Workshop. Nach einer kurzen Einführung in die Welt der Cuttermesser und Spraydosen, in welcher wir unterschiedliche Sprüh- und Schneidetechniken erlernten, begannen wir mit unseren eigenen Kreationen. Mithilfe der neu erlangten Erkenntnisse war es uns möglich, die vorgefertigten Schablonen auszuschneiden und auf den selbst vorbereiteten Hintergrund zu übertragen. Dabei entstanden zahlreiche schöne und außergewöhnliche Kunstwerke. Gegen Abend begaben wir uns zu einem gemeinsamen Abendessen in ein indisches Restaurant im Stadtteil Kreuzberg, was zu einem tollen Ausklang der Studienfahrt wurde.

Freitag:

Nach dem frühsten aller Frühstücke traten wir voll bepackt unsere elfstündige Rückfahrt an. Auch bei dieser wurden wir von längeren Staus verschont. Um 19:00 durften wir endlich wieder das wunderschöne Antlitz Pforzheims erblicken und kurz darauf auch noch das unseres einzigartigen Wasserturms.

Wir werden diese Berlinreise wohl alle als eine sehr beeindruckende und interessante Studienfahrt in Erinnerung behalten.

Vielen Dank an unsere beiden betreuenden Lehrkräfte Frau Mall und Frau Schedler, die uns diese wunderbare Reise erst ermöglicht haben.

Text: Alexander Aisenbrey und Jan Weber (KS2).

Photos: Magdalena Mall, Saskia Schedler