Pforzheim – Bordeaux – Pforzheim

Zwanzig Schülerinnen und Schüler des Reuchlin aus den Klassen 9 und 10 sowie der Kursstufe traten an einem regnerischen Donnerstagnachmittag im April in Begleitung ihrer Lehrkräfte Stefanie Faas und Mario Aschenbrenner die Bus- und Zugfahrt nach Bordeaux an.

Denn dort sollten alle die kommende Woche im Rahmen des Schüleraustauschs mit dem Lycée des Graves in Gradignan verbringen.

Nach dem Empfang am späten Abend durch die Gastfamilien machten wir uns am nächsten Morgen gemeinsam mit den französischen Austauschpartnern auf den Weg zur Dune du Pilat, der größten Wanderdüne Europas, von deren Spitze wir – trotz frostigem Gegenwind – den Blick über den Atlantik schweifen lassen konnten. Den restlichen Tag verbrachten wir in der Küstenstadt Arcachon sowie im Hafen von Larros, wo wir dank einer Führung Einblick in die Austernzucht gewinnen konnten.

Nach dem anschließenden Wochenende in den Gastfamilien stand natürlich auch an, den Schulalltag mitzuerleben. Zunächst wurden wir von der Schulleitung freundlich mit einem ‚petit déjeuner‘ begrüßt, dann folgten: 55-Minuten-Stunden, Ganztagsunterricht, Mittagessen in der Kantine. So manchen unter uns hat dieser Schultag so erschöpft, dass die Augenlider schon im Schulbus ganz schwer wurden.

Bei dem Namen Bordeaux denkt man natürlich nicht zuletzt an Wein, ist die Region doch das größte zusammenhängende Weinbaugebiet der Welt. In diesem Sinne besuchten wir am Dienstag die ‚Cité du Vin‘ in Bordeaux, ein interaktives Museum, das alle Sinne anspricht – unter anderem mit einem Glas Traubensaft auf der Dachterrasse mit Blick über die Stadt und die Garonne. Nach dem Picknick im dazugehörigen Garten erwartete uns noch eine Ausstellung in einer ehemaligen U-Boot-Basis, die ursprünglich von den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs erbaut wurde. Heute werden die komplett dunklen Räume des massiven Baus für Kunstinstallationen genutzt, die sich bei unserem Besuch keinem geringeren Thema als dem Universum und der Sicht des Menschen darauf widmeten. Nicht nur einmal kam man sich darin vor wie in einem Science-Fiction-Film.

Am letzten Tag des Austauschs erlebten wir erneut den Schulalltag, bevor der Austausch traditionell einem mit dem ‚apéritif dînatoire‘, dem gemeinsamen Abschlussabend von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften, endete, zu dem die Franzosen etliche Leckereien beisteuerten. Von deutscher Seite dürfte hingegen das Schwäbisch-Quiz den meisten Franzosen unvergessen bleiben! Wie man aber am nächsten Morgen beim Abschied bemerken konnte, sind es vor allem die entstandenen deutsch-französischen Freundschaften, die unseren Austausch zu einer besonderen und unvergesslichen Erfahrung machen.

Text: Mario Aschenbrenner

Bilder: Stefanie Faas, Mario Aschenbrenner