Moonlander-Challenge im Physik-Biliunterricht

Kurz vor Weihnachten hieß es für die Klassen 10ab und 10c im Physik-Biliunterricht von Frau Plachta sich einer besonderen Herausforderung zu stellen:

Wie überlebt ein (roher) Eggnaut (dt. „Eiernaut“) den sicheren Fall aus mehreren Metern Höhe bzw. wie stellt man sicher, dass er sicher und ohne jegliche Beschädigung den Fall übersteht – und das so, dass dies auch auf dem Mond möglich wäre. Diese Moonlander-Challenge wurde beiden Klassen von Paxi, dem ESA Education Maskottchen gestellt:

Jedem Team stand dabei dasselbe Budget (eine Milliarde Euro) zur Verfügung, mit der das Training des Eggnauten, die Materialien (nur zugelassene Materialien, wie z.B. Strohhalme, Marshmellows, Watte, Holzstäbchen, Luftballons, Papier, durften verwendet werden) und die Launchkosten (je Gramm von Lander und Eggnauten wurde eine Million Euro fällig) bezahlt werden mussten. Zum – wie sich herausstellte – eher knappen Budget, gesellten sich die strenge Limitierung der zugelassenen Materialien sowie der Zeitdruck, unter dem der Lander fertiggestellt werden musste. Die turbulente Bauphase brachte einige sehr interessante und vielversprechende Modelle hervor – wenn auch nicht alle in Betracht zogen, dass es auf dem Mond keine Atmosphäre gibt und ein Fallschirm dort gänzlich unbrauchbar ist. Nach Abschluss der Bauphase stand der Falltest an – dabei wurde nicht nur das Überleben des Eggnauten, sondern auch die Zielgenauigkeit des Landers überprüft.

Mit großer Aufmerksamkeit wurde jeder einzelne Test verfolgt, jeder gestorbene Eggnaut mit vielen „Ohhs“ bedauert und bei jenen Modellen, bei denen der Zustand des Eggnauten nicht gleich ersichtlich war, sein Auswickeln mit großer Spannung verfolgt. Am Ende überlebten von 16 gestarteten Moonlandern lediglich zwei Eggnauten.

Inwieweit spiegelt diese Challenge nun eine reale Situation wider? Dieses Planspiel bildete ab, dass es auch bei der ESA gilt unter Zeitdruck, mit einem festen Budget sowie streng limitierten und vorab zertifizierten Materialien ein Projekt zu verwirklichen – zwar mögen sich Zeitrahmen, Budget und Materialien von den Möglichkeiten und Ressourcen eines ESA-Projekts deutlich unterscheiden, so konnten die Schülerinnen und Schüler durch ihre eigene Planung, Abwägungen und Landerkonstruktion jedoch einen vereinfachten Einblick in die Projektabläufe bei großen Weltraumprojekten erlangen.

Miriam Plachta