Goedemorgen, Guten Morgen, Bonjour, Buna dimineata, Dobré ráno, Dzieri dobry, Labas rytas, Tere hommikust, Kalimera …

… so hieß es nur in ein paar Landesansprachen als Begrüßung aller Teilnehmer, dennam 27.11.2018 sind einige Schüler/ -innen der KS1 im Rahmen eines im letzten Schuljahr gewonnenen Wettbewerbs, „Euroscola“, nach Straßburg gefahren. 

Nach einer vergleichsweise kurzen Busfahrt kamen wir am Europaparlament an und die Teilnehmer 22 europäischer Länder versammelten sich. Zur kurzen Stärkung gab es einen kleinen Snack in der Cafeteria, bevor es dann so richtig losging und knapp 600 junge Schüler/- innen in den großen Plenarsaal strömten. Es wurde eine etwas längere Einstiegsrede über Europa, dessen Werte und Vorstellungen, Motivationen und Wahlen durch den Pressesprecher des europäischen Parlaments gehalten. Im Anschluss ging es dann schon direkt los, indem sich die Schulen aller  EU- Mitgliedstaaten einzeln am Pult vorstellten. Um die Schüler schon zu Beginn direkt zu beteiligen, wurde eine Umfrage gestartet, in der einige Themen des kommenden Tages kurz angerissen wurden wie z.B.: 

  • Die gemeinsame Währung, der Euro
  • Politische Bildung in der Schule
  • Nationale oder einheitliche Kommunikation 
  • Europäische Identität

Anschließend gab es noch kurz gefasste Reden von einer spanischen und einem griechischen Politiker über hochaktuelle, politische Themen wie die Zukunft Europas, Wirtschaft, Klima, Sicherheit und europäische sowie internationale Kooperation. 

Um die Jugendlichen direkt mit Politik in Berührung kommen zu lassen, hatten diese die Möglichkeit, mit einem deutschen Politiker zu diskutieren und diesem Fragen zu stellen. Leider war der uns zugeteilte Parlamentarier Daniel Caspary aufgrund diverser Verspätungen nicht in der Lage mit uns zu sprechen, ließ uns jedoch in besonderem Maße über einen anderen deutschen Europaparlamentarier, Dennis Rattke, grüßen. 

In der Fragerunde kamen sehr interessante Themen zur Sprache, die nicht nur brandaktuelle, sondern auch hitzige und vor allem provokante Fragen beinhalteten:

  • Was wird seitens der EU getan um Rechtsverletzungen, wie sie in Ungarn oder Polen vorkamen, vorzubeugen?
  • Wie wird das Thema ‚Datenschutz‘ ausgeweitet und inwiefern sind wir davon betroffen?
  • Was steht im Vordergrund, die Europäische oder die nationale Identität und wie soll in Zukunft kommuniziert werden?
  • Wie beeinflusst Rechtspopulismus Politik?
  • Europäische Bildungspolitik, ergibt das Sinn?
  • Wie gleicht man Ost-West Zuwanderung in Europa aus?

Nach der Fragerunde im Plenarsaal, wurden wir vom EU- Parlament zum Mittagessen eingeladen, was als kommunikativer Austausch diente. Im Anschluss mussten die Jugendlichen Vierergruppen aus je 4 Nationalitäten bilden, um einen linguistisch anspruchsvollen Fragebogen auszufüllen und sich für das „Eurogame“ zu qualifizieren. Anschließend wurden Komitees zu den Themen Umwelt und erneuerbare Energien, Sicherheit und Menschenrechte, Jahr des europäischen Kulturerbes, Zukunft Europas, Migration und Integration und Jugendarbeitsrate gegründet, in denen diskutiert, Fragen gestellt, mögliche Lösungsvorschläge ausgearbeitet und schlussendlich noch abgestimmt wurde. Die Ergebnisse wurden im Anschluss im Plenarsaal vorgestellt. Die Jugendlichen konnte Fragen stellen und schließlich über die erarbeiteten Lösungsvorschläge abstimmen.  

Gegen Ende dieses Tages traten die besten Teams des „Eurogames“ gegen einander an. Schließlich wurde das Gewinnerteam gekrönt, in dem unter anderem auch Markus Biedler, einer unserer Teilnehmer, Gruppenmitglied war, den die gesamte deutsche Gruppe beglückwünschte. Abschließend ertönte noch die Europahymne, zu welcher alle europäischen Flaggen präsentiert wurden, bevor der Pressesprecher den Euroscola-Tag mit folgendem Abschlusszitat beendete:

„Wenn du schnell vorankommen willst, geh allein. Wenn du weit kommen willst, geh den Weg mit anderen zusammen. Es lebe Europa!“

In diesem Sinne ging ein erlebnisreicher und kommunikativer Tag zu Ende und einige von uns behalten nicht nur tolle Erinnerungen, sondern auch gute Kontakte bei sich. 

Andreas Hermann