Wie entsteht eigentlich Kunst?

Vor meinem Tisch: ein großes weißes Blatt Papier. Alles ist sehr still.

Langsam wird das Klassenzimmer von Meeresrauschen umgeben. Meine Hände gleiten mit kreisenden Bewegungen langsam über die weiße Oberfläche. Dabei verteilt sich die Farbe der Kreide in allen möglichen Richtungen. Eine entspannte Atmosphäre umgibt den Raum und ohne Zwang übertrage ich meine Fantasie und Gefühle auf das Blatt Papier. Die Musik schlägt plötzlich in einen kräftigen Rhythmus um. Trommelwirbel und tiefe schnelle Bässe füllen den Raum. Meine Handbewegungen verändern sich und ich setzte parallel zum Takt einen neuen Strich mit der Zeichenkreide.

           

Nach der Vorgehensweise von Arnulf Rainers Übermalungskunst brachte Frau Grob uns durch das Projekt das Gefühl für die abstrakte Kunst näher.

Zunächst mussten wir uns im Klassenraum mit dem größten Abstand zueinander verteilen. Jeder Schüler hatte einen bestimmten Platz im Klassenraum eingenommen, um sich in Ruhe seiner Arbeit widmen zu können.

Mit verschiedenfarbiger Zeichenkreide, Blei und Kohle durften wir die Oberfläche des weißen Papiers nach unseren Vorstellungen bearbeiten.

Dazu wurde Musik abgespielt, die von sanftem Meeresrauschen bis hin zu schnellem Techno reichte. Im Gegensatz zu unseren bisherigen Kunstprojekten hatten wir keine Richtlinien, an die wir uns halten mussten. Wir durften also frei nach unseren Gefühlen und Ideen Bilder kreieren.

Am Ende der Stunde entstanden unzählige individuelle Bilder, welche keinen anderen glichen.

Kunst hat also immer eine Bedeutung, ob bewusst oder unbewusst. Sie wird beeinflusst und geformt durch die Gefühle, die Umwelt und Impulse ihres Erschaffers. Kunst ist somit nicht nur ein Resultat unserer Gedanken, sondern auch ein Spiegelbild unserer selbst.

Text: Lena Le, KS1

Photos: Regina Grob